Nun sind wir also in unserem neuen zu Hause angekommen. Wir dürfen nicht wie abgemacht ins Gästehaus einziehen, warum auch immer. So wohnen wir nun in Ketekus Haus, der seit 45 Jahren in Deutschland arbeitet. Der erste Schock des Einzugs ist längst überwunden und wir haben uns gut eingelebt. Wir wurden nicht so herzlich empfangen wie in der Taste Lodge, die Küche ist ein kleiner dreckiger Raum ohne fließend Wasser, ohne Herd und eine Katze hat gerade ihre Jungen in einem Geschirrkarton zur Welt gebracht. Dann waren die Moskitonetze kaputt und das Bad außerhalb des Zimmers wird sich mit unzähligen geteilt. Doch mittlerweile haben wir uns längst eingelebt. Die Leute haben gemerkt, dass wir nicht normale Weiße sind und seit dem wird abends zusammen gegessen, selbstverständlich von einem Teller und ohne Besteck. Das Essen ist sehr lecker: Akple (eine Art Maismehlkloß) mit verschiedenen scharfen Soßen, gekocht auf einem Cole Pot (Grill). Einer unserer „Mitbewohner“ ist Lehrer und gibt uns Eweunterricht. Wir haben uns dafür eine Tafel gekauft. Außerdem leben hier viele, viele Kinder, die uns morgens um halb sechs wach schreien.
An unserem ersten Wochenende waren wir beim Wli- Wasserfall, der größte Wasserfall Ghanas (60 Meter). Der Weg dorthin ist das reinste Abenteuer, voller bunter riesiger Schmetterlinge und Tausendfüßern, die fast so dick sind wie ein Arm. Der Feuchtsavannenwald ist voll von exotischen Bäumen, wie Ficusse, die hier 50 Meter groß werden, Kakao, Bananen, Plantain, Kaffee, Koalanüsse haben wir gekaut, Avocadobäume, Lianen, Brettwurzeln...Es war wunderschön und zur Krönung wurde unterm Wasserfall gebadet, obwohl es recht kalt war und geregnet hat. So viele schöne, aufregende Sachen, dass wir Stunden staunten und anhielten, so dass unserer Führer (den man sich nehmen muss) fast wahnsinnig wurde.
In der Woche besuchen wir die Kinder zu Hause und auch in den Schulen, was immer wieder ein Ereignis ist. Manchmal haben die Klassenräume keine Wände oder sind Bretterschuppen, aber die Räume sind offen und so gut gelüftet. Bevor wir den Raum betreten wird der Stock schnell weggestellt, dann stehen alle Schüler auf und fragen: „How are you?“, dann antwortet man: „I`m fine, and how are you?“, dann antworten sie: „We are also fine, thank you.“, und dann dürfen sie sich setzen.
Als wir bemerkten, dass einige von unseren gesponserten Kindern, in der vierten Klasse, nicht schreiben können, haben wir uns vorgenommen ihnen Nachhilfe zu geben. Wir haben nur noch keinen Stock! Seit dem bekommen wir mehrmals täglich Besuch von Kindern, die Nachhilfe haben wollen, obwohl der Termin erst Freitag ist.
Mittlerweile gibt es zwei große Anschaffungen. Zum Einen, einen Gasbrenner, der uns von CRAN gekauft wurde und der gestern eingeweiht wurde. Endlich können wir selber kochen! Zum Anderen haben wir uns Fahrräder gekauft, diese haben wir vorgestern eingeweiht, wir sind zum Voltastausee gefahren. Drei Stunden hin und dort eine kleine Kanufahrt gemacht und die gleiche Strecke zurück, bei tropischem Klima. Selbst die Einheimischen hielten uns für verrückt und es war auch wirklich eine harte Tour, aber schön.
So, und jetzt gehen wir Kuliku (frittierte Yamwurzel) mit scharfer Soße und Spaghetti für umgerechnet 40 Cent essen.
Mia ga dogo!
3 Kommentare:
Liebe Annina, lieber Karl,
nun die erste "Hürde" für mich: es fertig bringen, euch einen kommentar zu schreiben. -test-
Hey obronie, scheinbar hat es geklappt. in hohoe werdet ihr das wort ja wohl selten hören. ich muss sagen, dass ich etwas stolz auf euch bin: ihr seid erst so kurze zeit dort und habt schon eine menge ernsthafter aufgaben für euch gefunden.
versucht erst einmal den jollof rice, der ist neben fried plantain with beans und grilled plantain with grond nuts mit das leckerste. und probiert nkontomire stew (leaves of coco yam).
sagt mir, ich habe in den nachrichten von den schweren überflutungen gehört. in ghana soll der notstand ausgerufen worden sein. wie schlimm ist die lage? vor einem monat, berichtet ein freund, war der wasserstand des volta lakes so niedrig, dass nicht genügend strom für das land produziert werden konnte. und nun the heavy rain.
lasst es euch gut gehen und seid offen auch in manch schwerer stunde.
ich grüße euch aus dem altweibersommer in deutschland (mit einwenig wehmut im herzen).
maxi
Hallo ihr zwei,
wir (mama und ich) haben gerade euren bericht gelesen. Die mama sitz frisch geimpft neben mir und darf jetzt 10 !!! tage keinen alkohol trinken, na und... dann essen wir eben... Sport ist auch abgesagt für die nächste zeit... also ist sie nicht soooo schlank wie versprochen, aber dafür gesund...
lg die neuenhagener sporttruppe :-)))
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