Montag, 24. September 2007

Nun sind wir also in unserem neuen zu Hause angekommen. Wir dürfen nicht wie abgemacht ins Gästehaus einziehen, warum auch immer. So wohnen wir nun in Ketekus Haus, der seit 45 Jahren in Deutschland arbeitet. Der erste Schock des Einzugs ist längst überwunden und wir haben uns gut eingelebt. Wir wurden nicht so herzlich empfangen wie in der Taste Lodge, die Küche ist ein kleiner dreckiger Raum ohne fließend Wasser, ohne Herd und eine Katze hat gerade ihre Jungen in einem Geschirrkarton zur Welt gebracht. Dann waren die Moskitonetze kaputt und das Bad außerhalb des Zimmers wird sich mit unzähligen geteilt. Doch mittlerweile haben wir uns längst eingelebt. Die Leute haben gemerkt, dass wir nicht normale Weiße sind und seit dem wird abends zusammen gegessen, selbstverständlich von einem Teller und ohne Besteck. Das Essen ist sehr lecker: Akple (eine Art Maismehlkloß) mit verschiedenen scharfen Soßen, gekocht auf einem Cole Pot (Grill). Einer unserer „Mitbewohner“ ist Lehrer und gibt uns Eweunterricht. Wir haben uns dafür eine Tafel gekauft. Außerdem leben hier viele, viele Kinder, die uns morgens um halb sechs wach schreien.

An unserem ersten Wochenende waren wir beim Wli- Wasserfall, der größte Wasserfall Ghanas (60 Meter). Der Weg dorthin ist das reinste Abenteuer, voller bunter riesiger Schmetterlinge und Tausendfüßern, die fast so dick sind wie ein Arm. Der Feuchtsavannenwald ist voll von exotischen Bäumen, wie Ficusse, die hier 50 Meter groß werden, Kakao, Bananen, Plantain, Kaffee, Koalanüsse haben wir gekaut, Avocadobäume, Lianen, Brettwurzeln...Es war wunderschön und zur Krönung wurde unterm Wasserfall gebadet, obwohl es recht kalt war und geregnet hat. So viele schöne, aufregende Sachen, dass wir Stunden staunten und anhielten, so dass unserer Führer (den man sich nehmen muss) fast wahnsinnig wurde.

In der Woche besuchen wir die Kinder zu Hause und auch in den Schulen, was immer wieder ein Ereignis ist. Manchmal haben die Klassenräume keine Wände oder sind Bretterschuppen, aber die Räume sind offen und so gut gelüftet. Bevor wir den Raum betreten wird der Stock schnell weggestellt, dann stehen alle Schüler auf und fragen: „How are you?“, dann antwortet man: „I`m fine, and how are you?“, dann antworten sie: „We are also fine, thank you.“, und dann dürfen sie sich setzen.

Als wir bemerkten, dass einige von unseren gesponserten Kindern, in der vierten Klasse, nicht schreiben können, haben wir uns vorgenommen ihnen Nachhilfe zu geben. Wir haben nur noch keinen Stock! Seit dem bekommen wir mehrmals täglich Besuch von Kindern, die Nachhilfe haben wollen, obwohl der Termin erst Freitag ist.

Mittlerweile gibt es zwei große Anschaffungen. Zum Einen, einen Gasbrenner, der uns von CRAN gekauft wurde und der gestern eingeweiht wurde. Endlich können wir selber kochen! Zum Anderen haben wir uns Fahrräder gekauft, diese haben wir vorgestern eingeweiht, wir sind zum Voltastausee gefahren. Drei Stunden hin und dort eine kleine Kanufahrt gemacht und die gleiche Strecke zurück, bei tropischem Klima. Selbst die Einheimischen hielten uns für verrückt und es war auch wirklich eine harte Tour, aber schön.

So, und jetzt gehen wir Kuliku (frittierte Yamwurzel) mit scharfer Soße und Spaghetti für umgerechnet 40 Cent essen.

Mia ga dogo!

Montag, 17. September 2007

Karl und Annina(von links nach rechts)
Karl und Cynthia und Eric (Karl mitte)
Annina und Baum (ist klar)
Hier nun entlich mal nen paar Bilder! Nur mal so um hier ne email zu lesen sollte man ca. 30 min einplannen! Es ist verdammt langsammmmmmmmmm...
Kurzer Zwischenbericht: wir wissen nun wie man in Eimern und Seife Waesche waescht auch wenn den schwarzen mamas das nicht gut genug war und sie uns nochmal genau erklaert haben wie das funktioniert (einamal warmes wasser mit Seife dann kaltes Wasser mit Seife dann klares Wasser...)
Wir haben mittlerweile den groesten Wasserfall Ghanas gesehen und es war unbeschreiblich (ausfuehrlicher Bericht folgt)...
also bis zum ausfuehrlichen Bericht!!

@iwanundcaro thx annina und karl denken darueber nach sich in duensch umzubennen
@iwan bin gerade mal ne woche nicht da und du legst ohne mich auf ich dachte du wirst in abzenenz(oder wie auch immer) ohne mich leben...nene viel spass

Donnerstag, 13. September 2007

Ein sonniges Hallo aus Hohoe!

Wir sind gut angekommen nach einer langen anstrengenden Reise, 8h Zug + 14h Flug. Unsere ersten Tage haben wir in Accra, der Hauptstadt Ghanas, bei den Platzecks verbracht. Sie gaben uns eine gute Einführung in das ghanaische Leben. In Accra wimmelte es nur so von Rastas, die alle Smalltalk mit uns führten. Die kleinen Kinder riefen uns nach: „Obruni, Obruni!“ Das ist Twi und bedeutet „Weißer“.

Wir haben den Atlantik gesehen und den dreckigen Strand von Accra (wo noch mehr Rastas waren). Schon am zweiten Tag wurden wir in eine Rastakirche eingeladen. Wir sind dann aber doch mit Evelin und Siegfried (Platzecks) zu einem wunderschönen Strand in Krokrobite gefahren (noch mehr Rastas), wo wir auch baden waren und schöne Muscheln fanden. In Accra kann man sich seinen kompletten Hausrat auf der Straße zusammenstellen - vom Klopapier bis hin zu WICK Hustenbonbons - weil viele Händler den haltenden Autos vom Kopf aus alles verkaufen.

Unsere neue Leibspeise ist fried plantain (frittierte Kochbanane). Allgemein ist das Essen hier sehr lecker und wir haben bis jetzt auch noch keinen Durchfall, obwohl wir schon sehr viel probiert haben. Der Verkehr in Accra besteht aus Hupen, halb kaputten Autos bis hin zum Porsche, Handzeichen und verrosteten Trotros (Sammeltaxis). Annina hat so manches Mal Probleme mit dem chaotischen Fahrstil.

Mittlerweile sind wir in Hohoe angekommen, nach einer rasanten Bustour mit klappernden Fenstern und Schlaglöchern en mass. Noch wohnen wir in der Taste Lodge mit einer dicken liebem „Mama“, die den ganzen Tag herzhaft lacht. Hohoe ist wunderschön, sehr grün, von Hügeln umzingelt, nicht so dreckig wie Accra und relaxter.

Wir sind nun ein Teil von der CRAN - Familie (Christian Rural Aid Network). In den zwei Tagen, die wir jetzt hier arbeiten, haben wir schon sehr viel geschafft. Dank Seba (Sebastian), der für das Schulgeld zuständig ist, haben wir schon vier Briefe mit den Kindern verfasst und zwei bei ihren Familien besucht. Heute waren wir bei Zinas Familie in Kpeme. Ihr kleinster Bruder, Zememe, der gerade mal ein Jahr alt ist, hat vorher noch nie Weiße gesehen und sich fast zu Tode erschrocken. Er traute sich nicht uns anzufassen und schrie sobald wir ihm näher kamen. Wir haben uns alle kaputt gelacht.

Auch lernen wir Ewe, was uns so einige Punkte und viele Lacher bringt bei der einheimischen Bevölkerung. Ein Weißer, der Ewe lernt? Unglaublich!

Im Allgemeinen ist Ghana eine komplett neue Erfahrung, die man mit Worten, erst recht schriftlich, nicht erklären kann. Man muss es erleben.